Unser ATOLL Festival für zeitgenössischen Zirkus begeisterte mehr als 3.500 Menschen mit zirzensischer Vielfalt 


Mit insgesamt mehr als 3.500 Besucherinnen und Besuchern ging die fünfte Ausgabe unseres ATOLL Festivals zu Ende. "Wir können stolz sein, dass es uns gelungen ist, mit dieser über zehn Tage laufenden Veranstaltung dem zeitgenössischen Zirkus erneut ein prominentes Podium zu bieten und dabei trotz der derzeitigen Bedingungen eine schöne Festivalstimmung zu erzeugen," sagt Britta Velhagen, "alleine, dass wir es gemacht haben, war ein ganz wichtiges Signal." Das ATOLL Festival war eines der wenigen einschlägigen Festivals in Europa, die im Corona-Jahr 2020 überhaupt stattfinden konnten und damit über Deutschland hinaus in den Fokus der Zirkuswelt gerückt sind.

"Es war auf alle Fälle die richtige Entscheidung, ATOLL auch 2020 stattfinden zu lassen," bekräftigt Bernd Belschner, "wir hatten zunächst mit einer gewissen Zurückhaltung des Publikums in diesem Jahr gerechnet, waren aber schon am ersten Vorverkaufstag von einem stürmischen Andrang überrascht worden“.  Bereits nach 24 Stunden waren ein Drittel aller verfügbaren Plätze vergeben und die ersten Veranstaltungen ausverkauft. "Wir danken dem Publikum für dieses große Vertrauen in unsere Kompetenz und Sorgfalt, und den öffentlichen und privaten Unterstützern wie der Stadt Karlsruhe, dem Land Baden-Württemberg und der Kunst- und Kulturstiftung der Sparda-Bank Baden-Württemberg, dass sie ATOLL mit ermöglicht haben," sagt Belschner, der darauf hinweist, dass das Durchführen von Veranstaltungen in Zeiten der Pandemie mit einem riesigen personellen und logistischen Aufwand verbunden ist, unseren Betrieb organisatorisch an seine Grenzen führte.

"Viele Menschen haben sich strahlend bei uns dafür bedankt, dass sie sich bei ATOLL sicher und wohl fühlen konnten und wir sie durch die inspirierenden Vorstellungen glücklich machen konnten“., sagt Stefan Schönfeld, der als künstlerischer Berater in der ATOLL-Projektleitung mitwirkt. Dieses Glück empfanden auch die Künstlerinnen und Artisten, die häufig dankbar betonten, dass sie in Karlsruhe nach mehr als einem halben Jahr wieder ihre ersten Auftritte vor Publikum hatten.

Hochzufrieden ist auch Daniel Geiger, der als technischer Leiter des ATOLL Festivals maßgeblich dazu beitrug, dass die Veranstaltung auf den verschiedenen Bühnen des TOLLHAUS sowie in der Fleischmarkthalle des Alten Schlachthofs Corona-verordnungsgerecht stattfand. So wurden stets individuelle Bühnenkonzepte ersonnen und Publikumsräume so gestaltet, dass die Abstände nicht als schmerzliche Leerstände empfunden wurden. "Die Hauptsache war, dass wir Lösungen fanden, die die Gruppen nicht in ihren Vorstellungen einschränken. Dass uns dies gelungen ist, macht uns froh, auch wenn wir die Zelte im Außenbereich in diesem Jahr schon vermisst haben“, so Geiger. Statt über 9.000 Besucherinnen und Besuchern im Vorjahr fanden in diesem Jahr nur die genannten 3.500 Menschen bei ATOLL Platz, was einer nahezu 100-prozentigen Auslastung entspricht.

Mit zwölf Produktionen aus zehn Nationen hat ATOLL 2020 mit großer Vielfalt die gesamte Bandbreite der aktuellen Zirkusentwicklung repräsentiert und vielfach stürmische Begeisterung entfacht. Zwischen den 19 durch die Luft fliegenden Artistinnen und Artisten der französischen Compagnie XY bis zum liebenswürdig charmanten Clownsduo "Pss Pss" der Schweizer Compagnia Baccalá lagen bei ATOLL viele Welten des mal glänzend artistischen, mal eigenwillig schrägen, mal unter die Haut gehend existenziellen, mal puren Blödsinn zelebrierenden, dabei meist auch Tiefgang offenbarenden körperlichen und visuellen Theaters. In der Regel verzichteten die Stücke auf Sprache und waren damit weitgehend barrierefrei und funktionierten für alle Altersklassen und jede kulturelle Herkunft. Dabei erreichten die meisten der gezeigten Produktionen eine Vieldeutigkeit, aus der jede und jeder eine eigene Geschichte herauslesen kann. So bediente das ATOLL-Festival 2020 viele Geschmäcker, und fast jede Produktion wurde zum persönlichen Highlight vieler Besucher, sei es das von einer eigenwilligen Phantasie und Kraft der Welt enthobene "Dystonie" der französischen Compagnie Defracto, das sich unermüdlich an Holzplatten unterschiedlichster Größe abarbeitende "122 x 144" des deutsch-schweizer Duos Klub Girko, die mit viel Farbe, Verve und Anspielungen den Arbeits- und Kunstprozess verbindende Performance "Work" der italienisch-belgischen Cie Claudio Stellato, die still-aberwitzig vergnügliche Teezeremonie "Vu" von Etienne Manceau der Compagnie Sacékripa oder das absurde Varieté-Experiment "Der Lauf" des belgischen Le Cirque du Bout du Monde.

Mit Vorstellungen des Zirkus On-Förderprogramms für zeitgenössischen Zirkus, einem bundesweiten Veranstaltertreffen, und dem Netzwerktreffen des Bundesverbands zeitgenössischer Zirkus (BUZZ), war ein großes Fachpublikum nach Karlsruhe gekommen. Auch zahlreiche Besucher aus dem europäischen Ausland hatte sich angekündigt, mussten aber zumeist ihr Kommen aufgrund der angespannten Pandemiesituation in den eigenen Ländern kurzfristig absagen. Bis zuletzt war die Vorbereitung des ATOLL Festivals von Bangen und Hoffen gekennzeichnet. Immer wieder wurden neue Corona-Risiko-Gebiete ausgerufen und mussten kurzfristige Coronatests für ankommende Artisten organisiert werden. Dass alle geplanten Vorstellungen stattfinden konnten, ist bemerkenswert.

Das Kulturzentrum TOLLHAUS wird mit dem ATOLL Festival auch in Zukunft die Vielfalt des zeitgenössischen Zirkus präsentieren. Die sechste Auflage soll - hoffentlich dann wieder ohne pandemiebedingte Einschränkungen - vom 16. bis 26. September 2021 stattfinden.

Hier finden Sie unseren Foto-Rückblick auf das ATOLL-FESTIVAL 2020.

 

 

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Hier unser Rückblick auf das ATOLL-Festival 2019: